Ötscher

3. - 4. Juli

     

Als wir vor  2 Jahren auf dem Heimweg von unserer Wachautour am Ötscher vorbei gekommen sind, haben wir spontan beschlossen, eine eigene Ötschertour zu machen.

Und so war es heuer so weit. Unser „Biker-Ing.“ Luis machte den Tourguide und hatte die Tour super zusammen gestellt. Selbstverständlich unter den strengen Augen  seiner Irma.

Einige Tage vorher erfolgte noch eine Tourbesprechung bei einem kühlen Fürstenbräu. Somit stand  der Ötschertour nichts mehr im Wege. Außer, ja, außer dem Wetter. Denn für 3. 7.  wurde für die  Obersteiermark starker Regen voraus gesagt. Aber wie wir flexibel sind, machte uns die etwas schlechtere Vorhersage nichts aus.

Irma & Luis, Karl Heinz, Hans Herbert, Hans, sowie Edith und ich haben uns rasch der Meinung unseres Tour-Guides Luis angeschlossen, die Tour umzudrehen. Überhaupt kein Problem. Und so sollte es auch sein.

   
 
unsere beiden Reisefotografinnen
   

So starteten wir am 3. 7. um 07.30 Uhr beim roten Haus und machten die erste Rast am Alpl.

 
 
     

Bei traumhaftem Wetter ging es über Mürzzuschlag in Richtung Mariazell. Irma hatte den Vorschlag, das Münster in Neuberg an der Mürz zu besuchen. Anmerken darf ich, dass wir schon oft dort vorbei gefahren sind, jedoch nie abgestiegen sind. Und ich darf euch sagen, dies sollte man unbedingt tun. Bei der Vorbeifahrt sieht man nicht das imposante Münster. Die Kirche ist, wie alle Zisterzienserkirchen, der Himmelfahrt Mariens geweiht. Für den Hallenkirchenbau benötigte man 169 Jahre!!!! Leider konnten wir den Kreuzgang nicht besichtigen. Abgeschlossen und wie uns Einheimische erzählten, sehr oft versperrt. Da sollte sich die Kirche bzw. der Herr Pfarrer auch was einfallen lassen!!!

     
    
     

Eines darf ich dir sagen. Unbedingt stehen bleiben und das Münster besichtigen. Es lohnt sich. So viel Zeit sollte sein.

 
 

Nach dieser Besichtigung ging es weiter  nach Mariazell, wo nach einer kurzen Andacht und den „Mariazellertropfen“ gleich das Mittagessen eingenommen wurde.  Da bereits Wolken aufzogen, hielten wir uns nicht lange auf, sondern fuhren gleich weiter in Richtung Erlaufsee. Es dauerte nur wenige Kilometer und wir mussten vom Bock und Regenkleidung anziehen. Wir taten gut daran, denn es begann fürchterlich zu regnen. Außerdem blitze und donnerte es heftig, so dass wir im Wirtschaftshof in St. Anton a.d.J. kurz unterstehen mussten. Nach dieser kurzen Zwangspause ging es  bei leichtem Regen weiter. Aber wie heißt es so schön „wenn Engel reisen, wird sich das Wetter weisen“. Und tatsächlich es wurde immer schöner und sonniger, sodass wir in Göstling unsere Regenbekleidung ablegen konnten. Die Idee war sehr gut, aber das Wetter nicht.

 

Da braut sich etwas zusammen

                  
 
     
 

Weltunterganstimmung  um ca.

  15:00 Uhr

 
     
Da sich das Wetter nun wieder beruhigt hatte und die Sonne zum Vorschein kam, entschloss sich unser Guide, nach Lackenhof zurückzufahren, wo es einen wunderschönen Ötscherblick gab.In Lackenhof, hieß es wieder Regenbekleidung an. Auch dass gehört zu einer Motorradtour. Und keiner, auch unsere Reisefotografen Edith und Irma, hatten ein böses Wort. Schöööööööön.
     
     

Von Lackenhof ging es direkt in unser Quartier nach  Palfau. Im Escherhof hatte Luis bereits Zimmer bestellt. Nachdem wir unsere MR  unter Dach gebracht hatten, ging es unter die Dusche und zum Abendessen.

 

So ging der 1. Tag unserer Ötschertour nach 306 km zu Ende. Wir hatten gut getan die Tour umzudrehen. Trotzdem hatten wir alles, was eine Motorradtour  bieten kann. Sonnenschein, Regen, Lachen (kein Weinen) gute Kameradschaft, trockene und nasse Fahrbahn, eine kleine Wallfahrt, sowie sehr schöne kulturelle und auch kulinarische Erlebnisse.  Herz was willst du mehr.

 

Am 2. Tag war uns der Himmel schon wieder hold. Es regnete nicht. Wir hatten gut geschlafen und nach einem sehr guten und ausreichenden Frühstück verabschiedeten wir uns bei den Wirtsleuten. Wir werden sicherlich wieder dort Station machen. Wenn es auch nur auf einen Kaffee ist.  Luis und Irma können wir für die Beschaffung dieses Quartiers ein Kompliment aussprechen.

 

Den Tag starteten wir in Richtung Johnsbach um den bekannten Bergsteigerfriedhof zu besichtigen.

     

Der Bergsteigerfriedhof als Sehenswürdigkeit? Für so manchen, vor allem für Bergsteiger und Kletterer, mag das makaber klingen! Die Kletterer gehen nicht in die Berge, um dort zu sterben, sondern ganz im Gegenteil. Beim Klettern dürften sie besonders intensiv das Leben, Freude und Spaß an der Bewegung, das Ausreizen der Fähigkeiten, die Landschaft und Natur genießen. Hier liegen meist sehr junge, oft hervorragende Alpinisten, die alle im  Gesäuse den Bergtod erlitten haben. Dies zeigen die vielen  Bergsteigergräber.

Nach dieser besinnlichen und nachdenklichen Besichtigung setzten wir unsere Fahrt in Richtung Admont fort. Das Benediktinerstift war unser nächstes Ziel.

     
Da keiner von uns das Stift kannte, fiel die Besichtigung etwas länger aus. Und es war gut so und hat sich gelohnt. Etwas Einkehr zu finden in dieser hektischen Zeit, tat gut.Das Benediktinerstift Admont ist das älteste bestehende Kloster der Steiermark. Die Gründung geht auf eine Stiftung der hl. Hemma von Gurk zurück und erfolgte im Jahre 1074 durch Erzbischof Gebhard von Salzburg. Es liegt am Zugang zum Nationalpark Gesäuse in einer imposanten Naturlandschaft. Das Stift enthält die größte Klosterbibliothek der Welt und ein modernes Museum.  Auch das Stift Admont solltest du dir ansehen. Sehenswert.
     

Nach dieser Besichtigung ging es bereits wieder in Richtung Heimat. Im Süden von Admont erhebt sich in 1100 m ein großflächiges Hochplateau.  Die reizvolle Naturlandschaft der Kaiserau mit seiner einzigartigen Struktur war unser Ziel.  Wir fuhren auf der sehr schönen Bergstraße in Richtung Trieben. Hier gab es noch einen kleinen Imbiss bevor es in Richtung Bruck weiter ging. Leider war der Triebener Tauern wegen der Unwetter gesperrt. Daher  fuhren wir auf der B 113, kein Verkehr, nach Leoben bzw. Bruck a.d.M.  Von hier ging es weiter nach Passail, Sinabelkirchen zu unserer Endtourbesprechung nach Kleegraben. Hier kam auch Sieglinde dazu um die Erfahrung der beiden letzten Tage mit zu erleben. An diesem Tag fuhren wir 245 Km.

Zusammenfassend darf ich wohl sagen, dass es eine wunderschöne Tour war, wo wir wieder ein neues Stück unserer wunderschönen Heimat  kennen lernen durften. Nicht nur Kilometer schinden, sondern Landschaft Kultur und Kulinarik genießen war und ist unser Ziel. Und wir hoffen, dabei immer gesund nach Hause zu kommen.

 
   
 

Besonderer Dank gilt unserem Tourguide Luis, der uns in altbewährter Weise geführt hat, sowie unseren beiden Reisefotografinnen Irma und Edith, die diesmal von Hans-Herbert und Karl Heinz unterstützt wurden.

Der ganzen Gruppe darf ich für die Freundschaft, Kameradschaft und für den Spaß während der ganzen Tour sehr herzlich danken und ich freue mich schon auf die nächste gemeinsame Ausfahrt.

 

euer Chronist

erwin